JISR & GUESTS: Von Kabul nach Buenos Aires – Black Box Konzert

JISR Trio & Gäste · Mix-cultur Session

»Jisr« – arabisch für „Brücke“ – ist bei diesem Münchner Ensemble kein wohlklingendes Bild, sondern Programm. Seit Jahren arbeitet JISR um den marokkanischstämmigen Gembrispieler und Sänger Mohcine Ramdan an genau jener Stelle, an der Tradition nicht museal wird, sondern sich im Austausch erneuert. In wechselnden Formationen und mit Gästen aus unterschiedlichsten musikalischen Biografien entsteht kein Stil-Mix aus Effektlust, sondern ein dialogischer Klangraum, in dem sich Handschriften begegnen und verändern. Von archaischen Grooves bis zu kammermusikalischer Feinzeichnung, von improvisatorischer Freiheit bis zu klar gesetzten Themen – JISR denkt Musik als lebendigen Prozess.

Das Projekt „Von Kabul nach Buenos Aires“ verdichtet diesen Ansatz zu einer klanglichen Reise zwischen scheinbar weit entfernten Welten. Auf der einen Seite die Melancholie und ornamentale Tiefe der afghanischen Rubab, ihre modalen Bögen, ihr erdiger, erzählender Ton. Auf der anderen Seite der Tango aus Buenos Aires – mit seiner rhythmischen Spannung, seiner urbanen Dringlichkeit und der bittersüßen Eleganz zwischen Sehnsucht und Widerstand. Was beide verbindet, ist mehr als Exotik: Es ist eine musikalische Haltung. Beide Traditionen kennen das Changieren zwischen Tanz und Innerlichkeit, zwischen virtuoser Oberfläche und existenzieller Tiefe.

Wenn Musiker wie der paraguayische Harfenist Kiko Pedrozo, der mazedonische Multiinstrumentalist Dine Doneff, der argentinische Gitarrist Luis Borda oder der Rubab-Meister Abdulalsamad Habib aufeinandertreffen, entsteht kein folkloristisches Nebeneinander. Vielmehr werden rhythmische Zellen verschoben, Skalen ineinander gespiegelt, melodische Linien neu gedacht. Tango-Phrasierungen treffen auf modale Improvisation, Balkan-Metriken auf afro-orientalische Grooves. Das Ergebnis ist kein Kompromiss, sondern eine Erweiterung – eine Musik, die ihre Herkunft kennt und dennoch konsequent im Heute spricht.

Eine musikalische Textur, in der unterschiedliche Traditionen organisch ineinandergreifen.

Landeshauptstadt München Spielort / Venue

Musiker:innen

Mohcine Ramdan – Gembri, Percussion, Gesang (Marokko)
Roman Bunka – Oud, Gitarre (Deutschland)
Ehab Abou Fakher – Bratsche (Syrien)
Kiko Pedrozo – Harfe (Paraguay)
Luis Borda – Gitarre (Argentinien)
Dine Doneff – Kontrabass (Nordmazedonien)
Cojocaru Vladislav – Akkordeon (Moldawien)
Abdulalsamad Habib – Rubab (Afghanistan)
Matthias Gmelin – Drums (Deutschland)

Live im Gasteig

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